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Und Hochroitzpointner nickte schweigend.

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"Sie können gehen, Pospischil ... oder nein, warten Sie noch. Der Zucker, Hochroitzpointner, wäre ja erklärt, sehen Sie hier den Zeitungsausschnitt, nicht wahr, 'die Behandlung der Zuckerkrankheit' von einem französischen Professor namens Durand. Nun weiß man ja, daß Zuckerkranke, gerade weil ihnen der Zucker verboten ist, immer Hunger nach Zucker haben, und da hat halt der Kußmaul, wie er gesehen hat, daß er sterben wird, noch schnell das Packerl Zucker in die Hand genommen - gewissermaßen um seinen letzten Wunsch zu befriedigen. Nicht wahr? Was meinen Sie, Hochroitzpointner?"

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Hochroitzpointner antwortete nichts, er hielt die Hände hängend in Schulterhöhe, was ihm eine gewisse Ähnlichkeit mit einem bettelnden Hunde verlieh. Kommissar Kreibig haßte diese Allüren.

"Antworten Sie doch, wenn man Sie fragt!" schnauzte er. - Der Geheimpolizist Hochroitzpointner antwortete nicht, er fragte, und zwar fragte er den Kellner Pospischil:

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"Mit wem hat der Herr immer Schach gespielt?"

"Am liebsten mit dem Swift, einem Engländer. Der Herr... eh ... der Tote hat gesagt, der Swift ist der einzige, der gut spielt! Die andern sind nur Rotzbuben ..."

"Und der Herr Swift war heute nachmittag auch da?" "Ja, er ist um halb vier gekommen. Dann hat der Kußmaul ... eh ... der Verstorbene geläutet und hat zwei Schalen Braun bestellt..."

"Zwei Schalen Braun? Aber wo ist die Milch?"

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"Die ist uns ausgegangen, da hab' ich zwei kleine Schwarze gebracht ... Und da hat der Herr Kußmaul mich ang'schrien, warum ich hab' Zucker gebracht, ich weiß doch, daß er keinen Zucker nehmen soll, und der andere Herr, der Herr Swift, der darf auch keinen Zucker nehmen, von wegen - der ist auch zuckerkrank ..."

"So, so ..." sagte der Geheimpolizist Hochroitzpointner nur und verschwand.

"Sie können gehen, Pospischil", meinte der Kommissar, "Oder warten Sie noch, haben Sie den Swift fortgehen sehen?"

"Ja. Herr Hofrat, um dreiviertel vier hab' ich ihn geholt, von wegen es hat jemand am Telephon nach ihm gefragt."

"Und da hat der Kußmaul noch gelebt?"

"Das weiß ich nicht, halten zu Gnaden, Herr Hofrat, das weiß ich also wirklich nicht. Ich hab' geklopft und hab' gesagt: ›Telephon für den Herrn Swift.‹ Da hat eine Stimme gesagt: ›Yes‹, die Tür ist aufgerissen worden, und ich bin zurückgefahren, weil, wissen'S, Herr Hofrat, der Kußmaul, der hat es nicht ganz gerne gehabt, wenn ich ins Zimmer gekommen bin, und einmal, da hat er mir ..."

"Das interessiert mich nicht, Pospischil."

"Da hat er mir eine leere Flasche an den Kopf geworfen ... Ja, also, der Herr Swift, der ist mit mir zum Telephon gegangen, und dann hat er g'redt, englisch, ich hab' nix verstanden, und dann ist er fortgegangen. Hat mir gesagt, ich soll dem Kußmaul sagen, er Kreditkarte kann die Partie nicht fertig spielen ... Aber ich hab' mich verspätet, hab' zu tun gehabt, andere Gäste haben geläutet, ah, mein! Der Hofrat wissen gar nicht, wie schwer es unsereiner hat, den ganzen Tag laufen, und das kleine Trinkgeld, geizig sind die Schreiber ..."

"Schon gut, Pospischil, und wann sind Sie dann ins Zimmer gekommen?"

"So um halb fünf, Herr Hofrat, und ist der Kußmaul ... eh, der Ermordete - es weiß ja keiner, ob er wirklich Kußmaul heißt, einmal hat ihn einer ganz anders genannt - " da ist er am Boden gelegen, und ich hab' der Polizei telephoniert ..."

"Und Sie heißen Ottokar mit dem Vornamen, Pospischil?"

"Zu Befehl, Herr Hofrat, Ottokar, ja, wie mein Großvater."

"König Ottokar's Glück und Ende" murmelte Kommissar Kreibig.

"Wie belieben, Herr Hofrat?"

"Nichts, Pospischil, so heißt ein Stück von dem Wiener Grillparzer, aber den kennen Sie nicht ..."

"Nein, Herr Hofrat, einen Gast dieses Namens haben wir nie gehabt in unserem Haus."

"Und Sie haben ein Messer, Pospischil?"

... Der schwarze König ... König Ottokar ... aber dann paßte der Zucker wieder nicht ... aber der Swift war zuckerkrank, der Hochroitzpointner hatte vielleicht doch recht, aber Swift, Swift ... der hatte doch keine Königsdramen geschrieben, nur diese Geschichten über die Reisen ... Gulliver? Ja. Gulliver ... Es ging ein wenig kreuz und quer zu in Kreibigs Kopf.